Theorie (Ilon)
Die Theorie im traditionellen Taekwondo umfasst weit mehr als nur das Wissen über Techniken; sie bildet das Fundament für das Verständnis der Kampfkunst, ihrer Philosophie, Geschichte und der korrekten Ausführung. Hierbei liegt der Fokus auf Selbstverteidigung, Formenlaufen (Hyong) und der Entwicklung von Charakter und Körperkraft.
Gymnastik (Dosu Dallyon)
Erster und wichtigster Bestandteil vor jeder Trainingseinheit ist das richtige Aufwärmen und Dehnen, um Verletzungen während des Trainings zu vermeiden. Bei Kraftübungen geht es primär um den Aufbau und die Stärkung der Tiefenmuskulatur, um die Haltung zu verbessern und Gelenke zu stabilisieren.
Grundschule (Gibon Yeonseup)
Üben einzelner Bewegungen und Techniken durch mehrfaches Wiederholen, ohne Gegner. Die Grundschule bildet die Basis für alle anderen Disziplinen des Taekwondo.
Formenlauf (Hyong)
Festgelegte Techniken werden in vorgegebener Reihenfolge durchgeführt.
Details zu den Hyongs >>

    Hyong Nr. 1 – Chon Ji

    19 Bewegungen – 3 verschiedene Techniken – 2 verschiedene Fußstellungen

    Chon-Ji bedeutet etwa „der Himmel und die Erde“ und steht für die Erschaffung der Welt bzw. den Beginn der Menschheit. Sie wird von den Anfängern als erstes erlernt, da sie noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen.

    Blocks: 8 – Handtechniken: 11 – Fußtechniken: 0


    Hyong Nr. 2 – Tan-Gun

    21 Bewegungen – 6 verschiedene Techniken – 2 verschiedene Fußstellungen

    Tan-Gun war ein Heiliger, welcher der Sage nach Korea im Jahre 2333 v. Chr. gründete. Laut Legende war er der Sohn eines Gottes und einer irdischen Frau.

    Blocks: 10 – Handtechniken: 11 – Fußtechniken: 0


    Hyong Nr. 3 – To-San

    24 Bewegungen – 8 verschiedene Techniken – 3 verschiedene Fußstellungen

    To-San steht für den Patrioten Ahn Ch’ang-Ho (1876-1938), der sein ganzes Leben der Bildungsförderung in Korea und seiner Unabhängigkeitsbewegung widmete.

    Blocks: 9 – Handtechniken: 13 – Fußtechniken: 2


    Hyong Nr. 4 – Won-Hyo

    28 Bewegungen – 8 verschiedene Techniken – 3 verschiedene Fußstellungen

    Der berühmte Mönch Won-Hyo führte zur Zeit der Silla-Dynastie 686 n. Chr. den Buddhismus in Korea ein.

    Blocks: 11 – Handtechniken: 13 – Fußtechniken: 4


    Hyong Nr. 5 – Yul-Kok

    38 Bewegungen – 11 verschiedene Techniken – 4 verschiedene Fußstellungen

    Yul-Kok steht für den großen Gelehrten und Philospohen Li-Le (1536- 1584 n. Chr.), auch „Konfuzius von Korea“ genannt. Die 38 Bewegungen beziehen sich auf den Geburtsort von Li-Le am 38. Breitengrad.

    Blocks: 12 – Handtechniken: 22 – Fußtechniken: 4


    Hyong Nr. 6 – Chun-Gun

    32 Bewegungen – 16 verschiedene Techniken – 4 verschiedene Fußstellungen

    Chun-Gun ist nach dem Patrioten An Chun-Gun benannt, der Hiro-Bumi Ito, den ersten japanischen Generalgouverneur von Korea, tötete. Dieser spielte die ausschlaggebene Rolle beim Zusammenschluss von Japan und Korea. Im Jahre 1910 wurde An Chun-Gun im Alter von 32 Jahren im Lui-Shung Gefängnis hingerichtet. Die 32 Bewegungen der Hyong stehen für sein Alter.

    Blocks: 13 – Handtechniken: 15 – Fußtechniken: 4


    Einschrittkampf (Ilbo Daeryeon)
    Ein Übungskampf mit festgelegter Technikenreihenfolge gegen einen Gegner. Neben dem Einschrittkampf gibt es auch noch den Zwei- und Dreischrittkampf (Ibo- bzw. Sambo-Daeryeon); sie haben eher untergeordnete Bedeutung.
    Bruchtest (Gyeokpa)
    Zerstören von Holzbrettern, Ziegeln oder sonstigen Materialien mittels Taekwondo-Techniken.
    Freikampf (Daeryeon)
    Freier Übungskampf gegen einen oder mehrere Gegner, ohne Körperkontakt. Zur Vorbereitung auf den Freikampf erlernen die Schüler zuerst den Zwei-Kick-Zwei-Kick, danach den Ein-Kick-Ein-Kick.
    Wir unterscheiden den Vorführungs- und Wettkampfreikampf. Beim Vorführungsfreikampf geht es um schnelle, aufeinanderfolgende Rundkicks, wobei beim Wettkampf die Kicks sehr präzise und mit Bedacht ausgeführt werden, um zwar zu punkten, aber den Gegner nicht zu verletzen.
    Wettkampf (Chayu Matsogi)
    Kampf gegen einen Gegner ohne Körperkontakt.
    Selbstverteidigung (Hosinsul)
    Selbstverteidigung gegen einen oder mehrere unbewaffnete oder bewaffnete Angreifer.